Elhadj As Sy IFRC Secretary-General
Date: Thursday, 7 June, 2018
Event: Reinhard Mohn prize 2018
Location: Gütersloh, Germany

(Find here the English speech)


Sehr geehrte Frau Mohn,
Sehr geehrter Herr Gauck,
Meine Damen und Herren …

Jamm Ngeen Amm! Ich bitte die Dolmetschenden um Verzeihung, dies waren Worte in meiner Muttersprache.
Udo, Uxolo.  In den Sprachen der Igbo und Xhosa aus meinem geliebten Afrika.
Salam, Shalom.  Aus der Region, die ihn vielleicht am allernötigsten hat.
Und natürlich in der Sprache von Gütersloh und Deutschland: Friede sei mit Ihnen.

Ich habe auf Englisch – und in verschiedenen Sprachen – begonnen, Ihnen und uns allen „Frieden“ zu wünschen, im Namen der uns allen gemeinsamen Menschlichkeit.

Dieses kostbare Wort “Frieden” – ausgesprochen als ein weltweiter Gruß – sagt für mich so viel aus über unsere Vielfalt und Zusammengehörigkeit.

Wenn wir von Frieden sprechen, denken wir ganz automatisch an eine der wichtigsten Figuren des letzten Jahrhunderts: an die außergewöhnliche Kombination aus Herz und Kopf, Nelson Mandela. Eine britische Zeitung nannte den hochverehrten heutigen Preisträger, Joachim Gauck, „Deutschlands Antwort auf Nelson Mandela“.

Es war auch Nelson Mandela, der sagte: „Sprichst du mit jemandem in einer Sprache, die er versteht, so erreichst du seinen Kopf; sprichst du mit ihm aber in seiner eigenen Sprache, so erreichst du sein Herz.“

Und weil Mandela immer recht hat, spreche ich also nun auf Deutsch weiter.

***

Meine Damen und Herren,

Ban Ki Moon pflegte über den Klimawandel zu sagen, dass es keinen Plan B gibt, weil es keinen Planeten B gibt. Ich möchte dasselbe über die Menschheit sagen – es gibt keine Menschheit B. Es gibt nur diese eine, und wir alle sind ein Teil davon.

Der humanitäre Helfer in mir spürt die Versehrtheit der uns allen gemeinsamen Menschlichkeit und unserer Welt.

Versehrt… Sie sind es schon weit länger als die rund 150 Jahre, die das Rote Kreuz besteht, und länger als die 100 Jahre der Föderation der 190 nationalen Gesellschaften des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds, denen ich dienen darf. Aber das Ausmaß der Versehrtheit ist nun ganz besonders groß.

Viele von Ihnen werden wissen, dass die Idee des Roten Kreuzes auf dem Schlachtfeld geboren wurde: Auf dem Schlachtfeld im italienischen Solferino, wo unser Gründer, Henri Dunant, im Juni 1859 angesichts der 6‘000 auf dem Schlachtfeld liegenden toten Männer und der 40‘000 Verwundeten zum Handeln getrieben wurde.

Damals standen Könige, Kaiser und Staaten hinter den Kriegen. Die Schlachtfelder waren geografisch begrenzt und hatten Namen: Solferino, Austerlitz, Waterloo, Verdun, La Marne… usw. Sie hatten einen Anfang und ein Ende, Gewinner und Verlierer.

Heute finden wir die Schlachtfelder überall – in unseren Gemeinden, Schulen und Gebetsstätten. Diese Kriege haben keine Eigennamen mehr; wir erinnern uns nicht, wann sie begonnen haben, und wir wissen nicht, wann sie zu Ende sind. Es gibt keine Gewinner mehr, aber immernoch Verlierer: viel zu oft, Zivilisten, Frauen, Kinder, die Allerschwächsten.

Heute sehen wir auch ganz andere Arten von Schlachtfeldern, hinterlassen von den globalen Übeln der Armut, Krankheit, Vertreibung, Umweltzerstörung … und auch des schädlichen Gedankengutes.

Für mich sind diese Übel die „three Ds“: Disease, Disaster and Displacement (Krankheit, Umweltzerstörung und Vertreibung), die Millionen von Menschen befallen. Die keine Grenzen kennen.

Häufig vermischen sie sich und kulminieren in ausgewachsenen oder teilweise ausgewachsenen Katastrophen: wie im Jemen und in Somalia; unter anderem von Bürgerkrieg, Hungersnot, Cholera, Analphabetismus und Terrorgruppen heimgesucht.

Deutlich wird uns die Versehrtheit der Welt anhand der ansteigenden Zahlen der – und ich bediene mich des etablierten englischen Begriffs – “shocks and hazards“, der weltweit ansteigenden Gefahren. 400 sind es pro Jahr: laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) über viermal mehr als noch vor 40 Jahren. Und wir sehen, wie diese Gefahren durch menschliches Verhalten vervielfacht werden – durch den Klimawandel zum Beispiel und durch unkontrollierte Urbanisierung.

Das Leiden wird besonders deutlich anhand der hohen Anzahl an Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, weil sie dort nicht mehr sicher sind. 66 Millionen sind es weltweit (die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg), und es sind sogar doppelt so viele, wenn man die Menschen mitberechnet, die sich freiwillig auf den Weg gemacht haben.

Zahlen, Statistiken… in der Regel kann man damit doch nicht die Realität abbilden und sie niemandem wirklich deutlich machen. Sie wird einem doch erst wirklich bewusst, wenn man diese Realität direkt spürt, wenn ein Freund oder ein Familienmitglied betroffen ist, wenn eine Kollegin oder ein Kollege im Dienst stirbt. Die Zahlen und Statistiken werden nie vom benachteiligten Kind erzählen, das mitten in der sich hinziehenden Krise aufwächst; von dem Kind, das nur den Krieg kennt; von der Mutter und dem Vater, die einst stolz waren, und – quasi über Nacht – plötzlich ein ganz andere Identität haben:  Die von uns nicht mehr mit ihrem Namen angesprochen werden, nicht einmal mehr mit ihrer Nationalität… Wir nennen sie einfach „die Flüchtlinge“, „die Migranten“, „die Leistungsempfänger“.

Diese Bezeichnungen sind keine Identitäten, nein, sie spiegeln lediglich Situationen wider. Situationen, in die jede und jeder von uns hätte geraten können. Wenn wir zum Beispiel das Pech gehabt hätten, in diesen Gegenden geboren und aufgewachsen zu sein. Diese und viele andere Faktoren kann niemand beeinflussen.

Was ist also unsere Rolle in dieser versehrten Welt? Für mich liegt sie darin, wiederherzustellen, was für diese Menschen am kostbarsten ist – ihre Würde. Würde, der letzte Fetzen Stoff, den Menschen sich angesichts der nackten Demütigung, Armut und zahlreichen Entbehrungen umlegen.

Mehr denn je brauchen wir eine starke und lebendige Helfergemeinschaft. Menschen, die sich sorgen, wo andere gleichgültig sind. Menschen, die sich kümmern, wo andere sich wegdrehen. Menschen, die bereitwillig aufnehmen, wo andere ablehnen.

***

Die beiden Männer, die wir heute ehren – Reinhard Mohn, der Stifter dieses Preises, und Joachim Gauck, der dieses Jahr mit dem Preis ausgezeichnet wird – sind und waren Teil dieser weltweiten Helfergemeinschaft, ein Teil derer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Menschen zu helfen, Seite an Seite und in Würde zu leben.

Reinhard Mohn selbst betonte, dass das Motto dieses Preises „Von der Welt lernen“ lauten soll, weltweit soll gesucht werden … nach beispielhaften Lösungsansätzen und innovativen Ideen, um daraus Lehren für Deutschland zu ziehen, für die Gestaltung einer erfolgreichen und harmonischen Gesellschaft.

Von der Welt zu lernen war Reinhard Mohns wahre Überzeugung. Von der Gründung der Buchklubs, um das Teilen von und Sprechen über Bücher zu fördern, bis zum Essen in der Mitarbeiterkantine, wo er seine Art der Zugehörigkeit lebte.

Er übernahm Verantwortung für die Gesellschaft, in der er lebte. Schon sehr früh durch die Gewinnbeteiligung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und später durch die Gründung einer erfolgreichen gemeinnützigen Stiftung.

Er war ein Idealist. Ein Idealist, der ein erfolgreiches Unternehmen für seine Gesellschaft aufbaute.

Als ein Kind der Sahelzone glaube ich an den Geist der Ahnen (HAUCH DER AHNEN) und ich spüre Reinhard Mohns Geist (HAUCH) in diesem Raum. Der senegalesische Dichter Birago Diop schrieb:

„ERLAUSCHE NUR GESCHWIND
DIE WESEN IN DEN DINGEN,
HÖR SIE IM FEUER SINGEN,
HÖR SIE IM WASSER MAHNEN
UND LAUSCHE IN DEN WIND:
DER SEUFZER IM GEBÜSCH
DAS IST DER HAUCH DER AHNEN.
DIE GESTORBEN SIND, SIND NIEMALS FORT

SIE SIND IN DER HÜTTE, SIE SIND IM BOOT:
DIE TOTEN SIND NICHT TOT.

SIE MAHNEN UNS TÄGLICH AN DEN BUND,
AN DEN GROSSEN PAKT, DER UNS VERBINDET…“

Joachim Gauck wird immer bekannt sein als ein leidenschaftlicher Ankläger der Arten und Weisen, wie man nicht zusammenlebt.

Sein Glaube an die individuelle Freiheit – und die Verantwortung, die damit einhergeht – verkörpert sein Vermächtnis.

Ich weiß, dass er im Verwaltungsrat der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit diente und dass er die Einwanderungsdebatte in seinem Land begrüßt und gefördert hat. Vor allem aber fällt mir seine Leidenschaft auf, mit der er das, was für die einen „Probleme, die es zu lösen gilt“ sind, verwandelt, und zwar in „Situationen, die es zu managen, zu begrüßen und aus denen es das Beste herauszuholen gilt“.

Er sieht den Vorteil von Vielfalt in allen Aspekten der Menschlichkeit.

Und ich zitiere ihn nun: „Einwanderung wurde [in Deutschland] zunächst ignoriert, später abgelehnt, noch später ertragen und geduldet, und schließlich als Chance erkannt und bejaht. Und in diesem Stadium befinden wir uns heute. Heute weiß ich: Wir verlieren uns nicht, wenn wir Vielfalt akzeptieren. Wir wollen dieses vielfältige “Wir”.“

Ich stimme Ihnen zu, Herr Gauck. Es gibt kein „die und wir“. Es gibt kein „die Migranten und wir“, kein „die Flüchtlinge und wir“, kein „die armen Menschen und wir“, kein „die Jugendlichen und wir“, kein „die Frauen und wir“, sondern nur einWIR“. Ein starkes, kollektives „Wir“, getragen von der einzigen und uns allen gemeinsamen Menschlichkeit.

Ich danke Ihnen, Herr Gauck, für Ihren Glauben an dieses „Wir“. Um den Frieden, von dem ich eingangs gesprochen habe, tatsächlich zu erlangen, muss man dieses „Wir“ nämlich verstanden und verinnerlicht haben.

***

Wie könnten wir, Herrn Gaucks Wegleitung folgend, diesen Frieden erreichen?

Der Reinhard-Mohn-Preis fragt uns, wie wir die weltweiten Lektionen vom „Wir” auf Deutschland übertragen können, auf dieses Land mit über 80 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, von denen fast ein Viertel keinen deutschen Ursprung, kein deutsches Erbe hat. Dieses Land hat angesichts der Einwanderungswellen aus dem Osten und Süden sowohl Erfolge als auch Misserfolge erlebt. Wie schaffen wir es, die gewonnene Vielfalt nicht nur zu tolerieren, sondern auch positiv mitzugestalten, zu begrüßen und von ihr zu lernen?

Hauptthema der heutigen Preisverleihung sind drei der Grundbausteine für eine gemeinschaftliche Menschlichkeit: Erbe, Religion und Sprache.

Erbe, im Sinne von Herkunft, – und Vielfalt – müssen hochgehalten und bewahrt werden. Wir müssen die Orte, Dinge und kulturellen Traditionen, die diese Welt so reich und lebendig machen, hochhalten.

„Leblose Dinge ihr! Habt ihr denn eine Seele, die so eng der unsern sich verbündet, könnt ihr lieben?“, fragte Lamartine.

Ja, Dinge nehmen uns mit zurück in unsere Vergangenheit, zu unseren Wurzeln. Sie können uns zum Lachen und zum Weinen bringen.

Hier in Deutschland, in Europa, sind die Werte unserer gemeinschaftlichen Menschlichkeit tatsächlich kompatibel mit den europäischen Werten Geschichte, Tradition, Zivilisation und Kultur. Deshalb wenden sich Menschen in der versehrten Welt nach Europa und suchen hier nach Hilfe, Unterstützung und Solidarität. Nicht, weil Europa das der Welt schuldig ist; sondern aufgrund der Werte, die Europa verkörpert.

In Deutschland ist das Prinzip der Bewahrung von Erbe und Vielfalt nicht neu. Sein Grundgesetz von 1949 zur Einbürgerung neuer deutscher Staatsangehöriger verankerte in der liberalen Verfassung einen nach vorne schauenden, nicht rückwärtsgewandten, Prozess.

Fast ein halbes Jahrhundert später, auf der anderen Seite des Globus, verinnerlicht Südafrika, unter der Führung von Nelson Mandela, genau diese Themen: Frieden, Vielfalt und Gemeinschaftlichkeit.

Das Erbe eines Menschen umfasst dessen Kultur in zahlreichen Facetten: seine Bräuche, Essgewohnheiten und Kodes, um nur einige zu nennen… Damit werden nicht nur die bereichert, deren Erbe sie sind, sondern auch die anderen. Die Bereicherung erreicht alle. Besitzansprüche gibt es hier nicht, denn das Erbe eines Menschen ist ein Konzept, das lebt und sich entwickelt. Es ist vor uns da, mit uns und auch nach uns.

Der zweite der drei Grundbausteine ist die Religion. Es ist freilich eine absurde Ironie, dass sich verschiedene Glaubensrichtungen und auch Anhänger desselben Glaubens aufs Schlimmste bekriegen, wo doch alle im Grunde dasselbe sagen: Sie beten eine Gottheit an und damit die Schöpfung der Gottheit: Diese Schöpfung sind wir Menschen.

Muslime sagen: „Keiner von euch ist gläubig, solange er nicht für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht.“
Christen sagen: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen ebenso.“
Juden sagen: „Was dir verhasst ist, tue auch deinem Nächsten nicht an.“
Hindus sagen: „Tue niemals einem Anderen das an, was du für das eigene Selbst als verletzend betrachtest.“
Sikhs sagen: „Behandle andere, wie du selbst behandelt werden möchtest.“
Buddhisten sagen: „Füge Deinem Nächsten nicht den Schmerz zu, der Dich schmerzt.“

Und nun kommen wir zur Sprache. Soll die Sprache uns trennen (wie der Mythos vom Turmbau zu Babel uns suggerieren mag) oder uns bloß voneinander unterscheiden und die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten steigern? Ich glaube letzteres.

Sprachen haben sich seit Urzeiten vermischt und einander bereichert und genauso geschieht es heute, im 21. Jahrhundert auf dem europäischen Kontinent. „Eine andere Sprache zu sprechen, bedeutet, eine zweite Seele zu besitzen.“, soll Karl der Große – von einigen auch als „Vater Europas“ verehrt – im frühen 9. Jahrhundert gesagt haben.

Und ganz entscheidend ist die Sprache dabei, ob man das Gefühl hat, zu einer Gesellschaft dazuzugehören, oder aber auch (wenn man sie nicht spricht), ob man sich ausgegrenzt fühlt.  Aus diesem Grund führen, während der hitzigen europäischen Einwanderungsdebatte, einige Länder Sprachtests für Einwanderungs-Anwärterinnen und -Anwärter ein. Und weil die Sprache ein so essentieller Faktor ist, bieten die nationalen Rotkreuzgesellschaften in Europa Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten an, um ihnen die Chance zu geben, Teil der Gesellschaft in ihrem Aufnahmeland zu werden.

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Viele in Europa sehen vor allem die vermeintlichen Übel der Migration: Es ist aber natürlich falsch, die Chancen von Einwanderung zu leugnen – die Chancen für Flüchtlinge, für die Gesellschaften, die diese aufnehmen, und für die Länder, die verlassen wurden; denn die Geflohenen schicken Geld nach Hause, kehren sogar oftmals zurück und bewegen etwas in ihren Geburtsländern.

Wir, die Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, glauben: „Kein Mensch ist illegal“, und wir sehen es als unsere oberste Pflicht an, die Würde eines jeden Einzelnen zu bewahren.

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Ich komme nun zum Schluss: Vieles von dem, was ich heute gesagt habe, wurde ich gelehrt. Von meiner Mutter. Von den vielen Menschen aus meiner Familie und der Gemeinschaft, die auf mich aufgepasst haben. Von meinen Lehrerinnen und Lehrern – jenen unterm „Palaverbaum“ in  einem Heimatland, jenen in der kleinen Hütte, in der ich meine ersten Grundschuljahre verbrachte, und jenen im Schloss von Kaiserin Maria Theresia von meinem Alma Mater der Diplomatischen Akademie Wien. Und ich zitiere noch einmal Mandela: „Education is the most powerful weapon you can use to change the world.” – „Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern.“

Mit Bildung als Schlüsselelement kann man funktionierende Gesellschaften und ein harmonisches Zusammenleben erreichen. Und Bildung ist selbstverständlich mehr als nur Lernen und Informationen empfangen. Es geht dabei um Werte, um Erbe und um Sprache.

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Nun, liebe Freunde, meine heutige Botschaft an Sie über das „Wie“ des harmonischen Zusammenlebens basiert auf der uns allen gemeinsamen, vielfältigen „Regenbogen“-Menschlichkeit und auf der uns allen gemeinsamen tiefen Sehnsucht nach Frieden: inneren Frieden für jeden Einzelnen und Frieden in unseren Gesellschaften.

Das südafrikanische Konzept Ubuntu könnte es schöner nicht ausdrücken: – „Ich bin, weil du bist, weil wir sind.“

Der an Werte gebundene humanitäre Hilfseinsatz ist eine Reise weg von Angst, Stigma und Ablehnung hin zu Fürsorge, Unterstützung und Einbeziehung. Es geht darum, Menschen dabei zu unterstützen, das wiederherzustellen, was für sie am kostbarsten ist, ihre Würde. Es geht darum, Teil der Lösung zu sein, obwohl es doch einfacher wäre, Teil des Problems zu sein. Erbe, Religion und Sprache sind Wegweiser, wie man mit Mitgefühl, Respekt und Toleranz die positive Vielfalt unserer Menschheit fördert. Dazu braucht es Bescheidenheit, Mut und Führungskraft. Und diese Tugenden verkörpern sowohl Reinhard Mohn als auch Joachim Gauck.

Ich danke Ihnen, Frau (Liz) Mohn, für Ihre Großzügigkeit und Ihre gemeinschaftliche Führung, durch die dieses Kind der Sahelzone heute zu dieser ehrwürdigen Versammlung sprechen darf.

Ich gratuliere Ihnen von Herzen, Herr Gauck!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.